ProjekteHistorisches Lohgerberhaus in der Puschkinstraße 12 zu einer beliebten Adresse gemacht
Mit der Sanierung der Puschkinstraße 12 hat die GWG Wohnungsgesellschaft mbH Perleberg/Karstädt ein weiteres bedeutendes Baudenkmal in der Perleberger Altstadt erhalten. Das um 1800 errichtete Fachwerkhaus wurde umfassend restauriert und zu modernem Wohnraum umgebaut. Die Sanierung wurde 2025 abgeschlossen. Das Gebäude erzählt ein Stück Perleberger Handwerksgeschichte. Im Jahr 1867 gehörte es dem Lohgerber Gustav Ulrichsohn. Lohgerber verarbeiteten Rinderhäute zu widerstandsfähigem Leder. Der Standort nahe der Stepenitz war dafür besonders geeignet, da für das Gerben große Mengen Wasser benötigt wurden. Hinweise an der Stadtmauer lassen darauf schließen, dass früher zwischen den Gebäuden ein Wasserlauf verlief. Im benachbarten Haus Mühlenstraße 19 soll sich eine Färberei befunden haben.
Nach vielen Jahren Leerstand wieder bewohnt
Die Wohnungen in der Puschkinstraße 12 standen seit 2006 leer. Der bauliche Zustand ließ eine weitere Vermietung nicht mehr zu; insbesondere ein rückwärtiger Anbau war stark geschädigt. Nachdem sich auch für einen Verkauf mit Sanierungsverpflichtung kein Interessent gefunden hatte, entschied sich die GWG für die eigene Restaurierung des denkmalgeschützten Hauses. Die Planung begann Ende 2020. Die Arbeiten stellten hohe Anforderungen an Handwerk und Denkmalschutz. Große Teile des Außenfachwerks mussten instandgesetzt werden. Geschädigte Holzbalken wurden durch neue Eichenbalken ersetzt und die Gefache neu ausgemauert. Bei jüngeren rückwärtigen Gebäudeteilen war Mauerwerk zu erneuern. Fenster- und Türöffnungen wurden überarbeitet, neue Kreuzstockfenster aus Holz eingebaut und eine neue Holztreppe hergestellt. Eine besondere Herausforderung waren die niedrigen Raumhöhen. Um im Dachgeschoss zeitgemäße Wohnverhältnisse zu schaffen, wurde das Dach um rund 20 Zentimeter angehoben. Gleichzeitig wurden unebene Fußböden ausgeglichen und die Raumaufteilung grundlegend verändert.
Fünf moderne Wohnungen
Aus dem lange leerstehenden Gebäude entstanden fünf Wohnungen: vier Zweiraumwohnungen mit jeweils etwa 54 bis 70 Quadratmetern sowie eine Dreiraumwohnung im Dachgeschoss mit rund 85 Quadratmetern. Alle Wohnungen wurden mit Balkon oder Terrasse geplant. Auch der Außenbereich wurde in die Entwicklung einbezogen. Vorgesehen wurden Park- und Fahrradstellplätze, Grünflächen sowie ein Aufenthaltsbereich hinter der historischen Stadtmauer direkt an der Stepenitz. So erhält das Grundstück trotz seiner innerstädtischen Lage eine besondere Aufenthaltsqualität.

