Denkmal des Monats

Wohn- und Geschäftshaus in Perleberger Karl-Marx-Straße 9/10 erhielt Auszeichnung „Denkmal des Monats“

Seit nunmehr über 21 Jahren ehrt die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg das Denkmal des Monats. In diesem Jahr steht die Auswahl thematisch unter dem Motto „Vergangenheit mit Zukunft – Industriekultur in historischen Stadtkernen“. Perleberg kann sich über seine nunmehr zehnte Auszeichnung freuen. Im Monat Juni wurde das Wohn- und Geschäftshaus in der Karl-Marx- Straße 9/10 ausgewählt. Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle überreichte am Mittwoch Urkunde und Plakette an Ronald Otto, dem Geschäftsführer der GWG Wohnungsgesellschaft mbH Perleberg/Karstädt, die Eigentümer des Gebäudes ist.

Die GWG hat das Gebäude, gemeinsam mit dem Architekten Klaus Röpke, in den Jahren 2015 und 2016 saniert. Anlässlich der Auszeichnung hat sich Ronald Otto nun mit der Geschichte des Hauses in der ehemaligen Haferstraße befasst. „Die Archive für dieses Haus sind vollständig leer“, sagt der GWG- Geschäftsführer bei der Verleihung. Weder die untere Denkmalbehörde noch das Stadtarchiv konnten fundierte Hinweise geben. Und so begibt sich Ronald Otto auf eine Zeitreise ins Jahr 1859. Damals betreibt der Tischlermeister Rudolf Bohmbach hier im Gebiet eine eigene Werkstatt, auf dem Hof zur Heilige-Geist-Straße 5. 1893 wird Theodor Heinrichs neuer Besitzer der Häuser auf diesem Areal, der intensiv investiert und baut. „1913 errichtet er das Wohn- und Geschäftshaus, vor dem wir jetzt stehen“, so Otto. Nach seinen Informationen soll hier eine Uniformschneiderei betrieben worden sein, auch das Preußische Katasteramt war hier kurzzeitig untergebracht. Die Tischlerei, die sich noch immer auf dem Hof befand, und in die später ein Möbelfabrikant einstieg, musste auf Grund der hohen Inflation Mitte der 1920er Jahre schließen.

Die GWG hat das Gebäude, gemeinsam mit dem Architekten Klaus Röpke, in den Jahren 2015 und 2016 saniert. Anlässlich der Auszeichnung hat sich Ronald Otto nun mit der Geschichte des Hauses in der ehemaligen Haferstraße befasst. „Die Archive für dieses Haus sind vollständig leer“, sagt der GWG- Geschäftsführer bei der Verleihung. Weder die untere Denkmalbehörde noch das Stadtarchiv konnten fundierte Hinweise geben. Und so begibt sich Ronald Otto auf eine Zeitreise ins Jahr 1859. Damals betreibt der Tischlermeister Rudolf Bohmbach hier im Gebiet eine eigene Werkstatt, auf dem Hof zur Heilige-Geist-Straße 5. 1893 wird Theodor Heinrichs neuer Besitzer der Häuser auf diesem Areal, der intensiv investiert und baut. „1913 errichtet er das Wohn- und Geschäftshaus, vor dem wir jetzt stehen“, so Otto. Nach seinen Informationen soll hier eine Uniformschneiderei betrieben worden sein, auch das Preußische Katasteramt war hier kurzzeitig untergebracht. Die Tischlerei, die sich noch immer auf dem Hof befand, und in die später ein Möbelfabrikant einstieg, musste auf Grund der hohen Inflation Mitte der 1920er Jahre schließen.


Die GWG erwarb schließlich das Gebäude aus einer Zwangsversteigerung. Doch der damaligen Geschäftsführung war klar, dass es hier darum gehe, dass Quartier zu entwickeln. Und so wurden Gebäude ersteigert, von privaten Eigentümern gekauft und auch Freiflächen erworben. 2015/16 wurde das Haus saniert. Aus acht großen Wohnungen, die unter heutigen Bedingungen nicht vermietbar gewesen wären, wurden fünf, aufgeteilt in Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen. Alle Wohnungen sind über einen Aufzug zu erreichen, haben eine Terrasse oder einen Balkon. Daneben haben sich eine psychotherapeutische Praxis, eine Physiotherapie sowie ein Bildungsträger angesiedelt. Darüber hinaus wurden noch weitere Objekte im Quartier saniert, darunter das drittälteste Wohnhaus der Rolandstadt, das sich gleich nebenan befindet. Auch der Hof wurde so gestaltet, dass er erlebbar ist. Die Bürger können sich hier umsehen und ihn auch als Abkürzung in Richtung Kirche und Rathaus nutzen. Ein Objekt steht noch unsaniert, das Haus Heilige-Geist-Straße 3. In der Perspektive soll es mit einer Lückenbebauung des Grundstückes Nummer 4 angefasst werden. „Doch aktuell haben wir andere Objekte, um die wir uns kümmern“, sagt Ronald Otto. Nico Ruhle verwies bei der Übergabe der Plakette auf die Chance, die diese Gebäude mit ihrer Geschichte haben. Für die Kommunen sei dies ein großer Werbeeffekt, um auf ihre Geschichte hinzuweisen. Bürgermeisterin Annett Jura nimmt diese Aussage zum Anlass, laut darüber nachzudenken, eine Stadtführung zu entwickeln, die sich mit den zehn Denkmalen des Monats in Perlebergs historischer Altstadt befasst.

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